Pilsach

Pilsach

Wappen Deutschlandkarte
Pilsach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pilsach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 19′ N, 11° 30′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Verwaltungs­gemeinschaft: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 445 m ü. NHN
Fläche: 47,65 km²
Einwohner: 2860 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92367
Vorwahl: 09181
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 153
Gemeindegliederung: 27 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 12
92318 Neumarkt i.d.OPf.
Website: www.pilsach.de
Erster Bürgermeister: Andreas Truber (CSU)
Lage der Gemeinde Pilsach im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
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Karte

Pilsach ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt in der Oberpfalz.

Geographie

Geographische Lage

Pilsachtalbrücke

Die Gemeinde liegt im Oberpfälzer Jura, dem Oberpfälzer Teil der auch Fränkischer Jura genannten Fränkischen Alb. Über die Pilsachtalbrücke überquert die Bundesautobahn 3 am südlichen Ortsrand das Tal der Pilsach, welche die Gemeinde durchfließt und nördlich von Neumarkt in der Oberpfalz in die Schwarzach mündet. Westlich erhebt sich der Ottenberg.[2]

Gemeindegliederung

Es gibt 27 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]

Es gibt die Gemarkungen Dietkirchen, Laaber, Litzlohe, Oberwiesenacker, Pfeffertshofen und Pilsach.

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Die Ersterwähnung, die Pilsach zugeschrieben wird, erfolgte in einer Urkunde des Jahres 1112. Dort wird ein "Cvnrat de Pilwisa" genannt. Die erste gesicherte Nennung des Ortes erfolgte in der Zeit von 1148 bis 1156. In verschiedenen Urkunden wird dort ein "Scrutolf de Bilbesahe“ urkundlich erwähnt.[5] Im Jahr 1282 wurde das Dorf als „Bibesach“ bezeichnet, 1286 als „Pilbsach“, 1349 als „Pylbsach“, 1352 als „Pilzach“, 1437 als „Pillsach“ und 1440 schließlich in der heute gültigen Schreibweise des Ortsnamens.

Das Grundwort des Ortsnamens weist auf ein Fließgewässer hin, da die bairisch-mittelhochdeutsche Bezeichnung „aha“ so viel wie Fluss oder Wasserlauf bedeutet. Beim Bestimmungswort wird einerseits vermutet, dass dieses von „bilwiz“ (= „Kobold“) abgeleitet wurde, was im Zusammenhang mit dem Korndämon Bilwis steht. Andererseits könnte es sich dabei auch um einen gleichlautenden bairisch-althochdeutschen Personenbeinamen handeln.[6]

Pilsach gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Pfaffenhofen des Kurfürstentums Bayern. Die Herren von Orban besaßen hier eine offene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Litzlohe und Pfeffertshofen eingegliedert.[7] Am 1. Januar 1978 kamen Dietkirchen und Laaber hinzu. Der kleinere Teil der aufgelösten Gemeinde Oberwiesenacker folgte am 1. Mai 1978.[8]

Einwohnerentwicklung

Berichtsjahr Hauptort Pilsach[9] Gemeinde Pilsach[10]
1871 229 289
1925 275 330
1950 434 497
1970 582 1938
1987 743 2212[11]
2011 k. A. 2653

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2230 auf 2802 Einwohner bzw. um 25,7 %.

Politik

Gemeinderat

Seit der vergangenen Kommunalwahl am 15. März 2020 mit einer Wahlbeteiligung von 76,3 %[12] setzt sich der Gemeinderat aus dem Ersten Bürgermeister, 7 Gemeinderäten der CSU, 5 Gemeinderäten der Gruppe „Christliche Wählergemeinschaft/Freie Wähler“ und 2 Gemeinderäte der Bürgerliste Pilsach zusammen.[13]

Wappen

Wappen von Pilsach
Wappen von Pilsach
Blasonierung: „In Gold über zwei schräggekreuzten schwarzen Streugabeln ein rot gekrönter und rot bewehrter halber schwarzer Löwe mit rotem Schwert durch Rachen und Kopf.“[14]

Das Wappen wird seit 1978 geführt.

Baudenkmäler

Pilsach Kirche St. Peter und Paul
  • Schloss Pilsach (eines jener Schlösser, in denen Kaspar Hauser in seiner Kindheit und Jugend angeblich gefangen gehalten wurde)
  • Wehrkirche St. Peter und Paul
  • Friedhof in Dietkirchen (statt Grabsteinen werden auf dem mit Rosen bepflanzten Friedhof nur schmiede-eiserne Grabkreuze verwendet).

Bodendenkmäler

Windpark

Drei Windkraftanlagen vom Typ REpower 3.2M114 mit 143 m Nabenhöhe und 114 m Rotordurchmesser sind in Bau.

Verkehr

Am östlichen Ortsrand verläuft die Bundesstraße 299 zwischen Amberg und Neumarkt. Die Kreisstraße NM 21 führt durch die Ortsmitte. Etwa 3,5 km nördlich von Pilsach liegt das Ultraleichtfluggelände Pilsach-Auf der Heid.

Söhne und Töchter

  • Johann Baptist Lehner (1890–1971), Priester, Heimatforscher und Diözesanarchivar in Regensburg, wurde in Litzlohe geboren.
  • Ludwig Rudolf von Senft zu Pilsach (1681–1718), sächsischer Legationsrat, Dompropst und Kirchenlieddichter
  • Carina Dengler (* 1994), deutsche Schauspielerin und ehemalige Sängerin

Literatur

  • Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-55206-9.
Commons: Pilsach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
  2. Geografie. In: BayernAtlas. Kartenviewer des Freisaats Bayern, abgerufen am 17. Januar 2026.
  3. Gemeinde Pilsach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. Mai 2020.
  4. Gemeinde Pilsach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Dezember 2021.
  5. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, S. 212. sowie Ortsnamen
  6. Sarah Rathgeb und Wolfgang Janka: Ortsnamen. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 17. Januar 2026.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 533.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 649 und 650 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  9. Pilsach (Pfarrdorf) in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 17. Januar 2026.
  10. Pilsach (Gemeinde) in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 17. Januar 2026.
  11. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 260 (Digitalisat).
  12. 09373153. (PDF; 2,27 MB) In: www.statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, 31. Januar 2022, S. 10, abgerufen am 11. Juni 2024.
  13. Gemeinderat Pilsach (Gemeinde Pilsach). In: ris.komuna.net. Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt i.d.OPf., 2023, abgerufen am 11. Juni 2024.
  14. Wappen von Pilsach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte